Alltag mit Diabetes
Sport, Reisen, Krankheit, Hitze, besondere Situationen: worauf es im Alltag allgemein ankommt. Konkrete Anpassungen von Insulin oder Dosis besprichst du immer mit deinem Diabetesteam.
Allgemeine Infos, keine ärztliche Beratung. Für die persönliche Therapie ist das Diabetesteam da.
Was ist beim Sport mit Typ 1 zu beachten?
Bewegung senkt meist den Blutzucker, das Unterzucker-Risiko besteht während der Belastung und verzögert bis in die Nacht. Vor, während und nach dem Sport messen und schnelle Kohlenhydrate griffbereit halten. Bei hohem Blutzucker über 250 mg/dl mit Ketonen keinen intensiven Sport, erst den Insulinmangel beheben.
Worauf muss ich beim Reisen achten?
Insulin und Zubehör immer ins Handgepäck, am besten die doppelte Menge und auf mehrere Stücke verteilt. Eine zweisprachige ärztliche Bescheinigung und ein Diabetes-Ausweis helfen bei der Sicherheitskontrolle. Bei Zeitverschiebung verlängert ein Westflug den Tag, ein Ostflug verkürzt ihn, die konkrete Anpassung vorab mit dem Diabetesteam klären.
Was gilt an Krankheitstagen?
Fieber und Infekte erhöhen oft den Insulinbedarf, der Blutzucker steigt auch bei harmlosen Infekten. Insulin nie ganz weglassen, häufiger messen, ab über 250 mg/dl auf Ketone prüfen und viel trinken. Ärztliche Hilfe holen bei anhaltendem Erbrechen, nachweisbaren Ketonen oder sehr hohen Werten.
Wie wirken Hitze und Kälte auf den Blutzucker?
Hitze steigert die Hautdurchblutung, gespritztes Insulin wirkt schneller, das kann Unterzuckerungen begünstigen, und Warnzeichen wie Schwitzen sind schwerer zu deuten. Kälte kann die Insulinwirkung abschwächen, dazu führt weniger Bewegung im Winter oft zu höheren Werten. Beide Extreme bedeuten stärkere Schwankungen, also öfter messen.
Warum sind meine Morgenwerte hoch, obwohl ich nichts gegessen habe?
Beim Dawn-Phänomen steigt der Zucker in den frühen Morgenstunden, weil der Körper Hormone ausschüttet, die Zucker freisetzen und die Insulinwirkung dämpfen. Hohe Morgenwerte können auch eine Gegenreaktion auf eine nächtliche Unterzuckerung sein (Somogyi-Effekt). Die Klärung, oft per nächtlichem CGM-Verlauf, und jede Anpassung gehören ins Diabetesteam.
Alkohol und Diabetes, was ist wichtig?
Alkohol senkt den Blutzucker, oft verzögert bis in die Nacht, weil die Leber mit dem Abbau beschäftigt ist und die Gegenregulation gebremst wird. Nie auf leeren Magen trinken, immer mit Kohlenhydraten kombinieren, vor dem Schlafen messen und Begleitpersonen informieren.
Was ist beim Autofahren zu beachten?
Vor der Fahrt den Blutzucker messen, bei längeren Fahrten in den Pausen erneut, und schnelle Kohlenhydrate griffbereit halten. Nicht bei einer Unterzuckerung oder bei Verdacht darauf losfahren. Kommt es während der Fahrt zu einer Unterzuckerung, sofort sicher anhalten und erst weiterfahren, wenn der Wert wieder stabil ist.
Kann ich den Energiesparmodus am Handy für die CGM-App ausschalten?
Ja, und die Hersteller empfehlen es sogar, damit die App zuverlässig im Hintergrund läuft und Unterzucker-Alarme durchkommen. Unter Android die Akku-Optimierung für die App auf uneingeschränkt stellen, bei Samsung oder Xiaomi zusätzlich aus der Ruhezustands-Liste ausnehmen. Beim iPhone die Hintergrundaktualisierung an und den Stromsparmodus aus. Die genauen Menüpfade stehen in der Hersteller-Anleitung.
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